Lars Hitzing

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        Lars Hitzing
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    Geschichten und Lyrik

     

    Mit Kurzgeschichten und Gedichten habe ich an diversen Veranstaltungen als Gastleser teilgenommen. Hier zwei Beispiele.

     

    Viele kleine Dinge

    "Weisst Du, woran man merkt, dass man alt wird?"
    "Nee?"
    "Man verwendet das Wort früher öfter als früher."
    "Hmm!"
    Mike und Thomas saßen in einer Kneipe und eigentlich war alles wie immer. Sie hockten zusammen, bei kaltem Essen und warmen Bier und philospohierten über tiefschürfende Themen. über Glühlampen zum Beispiel, die es immer seltener gab. "Dabei", fing Thomas an, "ist das mit der Energieverschwendung doch totaler Reis. überleg doch mal! Glühbirnen wurden verboten, weil sie 95% des Stroms in Wärme umwandeln und nur 5% in Licht. Dabei stört mich das im Winter doch gar nicht. Sollen die Birnen ruhig mit die Wohnung erwärmen. "
    Mike nickte. "Da hast Du recht. So hatte ich das noch gar nicht gesehen. Mir war nur mal aufgefallen, dass dieser baltische Partygag bald nicht mehr geht. Was auch schade ist."
    Thomas wurde neugierig. "Welcher Partygag denn?"
    "Hab ich Dir das noch nicht erzählt?" fragte Mike und als Thomas den Kopf schüttelte fing er an.
    "Also das hab ich vor vielen Jahren mal als Student gehört. Weiß nicht, ob das stimmt. Jedenfalls hatten wir eine Kommilitonin aus dem Baltikum – Lettland war's glaub ich – und die erzählte dass mal auf einer Silvesterparty ein Gast mit einem anderen eine Wette abgeschlossen hatte. 'Ich wette', sagte der 'dass du es nicht schaffst, eine Glühlampe in den Mund zu nehmen und danach wieder raus zu bekommen.' Das Problem bei der Sache ist wohl, dass man angeblich die Birne zwar irgendwie rein kriegt, beim Rausziehen aber der Unterkiefer sich verhakt und es unmöglich ist, das Ding wieder aus dem Mund zu bekommen. Zerbeißen kann man das Glas auch nicht und so steht man dann wohl ziemlich hilflos da mit dem Gewinde zwischen den Lippen. Ist wohl ein anatomisches Problem. Man kann sich schließlich auch nicht am Ellenbogen lecken."
    "Krass", staunte Thomas. Mike nickte.
    "Jedenfalls ist ein Gast auf die Idee gekommen, dass mal auszuprobieren."
    "Und, was passierte?"
    "Na genau das, was ich gesagt habe. In den Mund hat er die Birne mit etwas Druck bekommen, aber raus ging sie nicht wieder."
    "Und dann?"
    "Ja, dann mussten sie mit ihm ins Krankenhaus fahren. Ich meine, auf Dauer ist ja auch blöd mit einer Glühbirne im Mund. Stell Dir mal vor, Du kriegst Schnupfen."
    "Stimmt, das wäre doof"
    "Im Krankenhaus haben sie wohl erst einmal etwas Gelächter auf sich gezogen. Selbst im Baltikum kommen die Leute nicht oft mit Glühbirnen im Mund in die Notaufnahme."
    "Und weiter"
    "Na sie haben ihn wohl örtlich betäubt und dann den Kiefer ausgerenkt, das Ding rausgeholt und den Kiefer wieder eingerenkt." Thomas nickte beeindruckt. Dann sagte er:
    "Das wäre Mick Jagger sicher nicht passiert. Oder Steven Tyler von Aerosmith. Die kriegen die Birne sicher quer in den Mund."
    "Kann sein, aber die Geschichte ging ja noch weiter. Die beiden fahren zurück zur Party und treffen jemanden, der kurz nach ihrem Verschwinden dort angekommen war. Und der fragte natürlich, 'Wo wart ihr', 'Wieso im Krankenhaus' und so weiter. Und wie sie ihm alles erzählen muss der natürlich lachen und kriegt sich nicht wieder ein. Aber dann sag der 'Das glaub ich nicht. Das kann nicht sein. Wenn man es schon schafft, eine Glühbirne in den Mund zu stecken, dann bekommt man sie auch wieder raus.' Und es kommt was kommen muss – der nächste schiebt sich eine Glühbirne in den Mund. "
    "Nein"
    "Doch!"
    "Alkohol ist ein Teufel!"
    "Und die Pointe der Story war dann, das sie in der gleichen Nacht noch ein zweites Mal ins Krankenhaus fahren mussten. Stell Dir das mal im Aufnahmeprotokoll vor. Zwei Leute mit Glühbirne im Mund. Leuchtmittel nach lokaler Anästhesie entfernt. Ist doch schräg oder?"
    Thomas lachte. "Ja, das ist schräg und ich kann es mir echt nicht vorstellen."
    "Genau", meinte Mike "und das blöde ist, bald gibt es keine Glühbirnen mehr. Und auf den Energiesparlampen kannst Du rumlutschen wie Du willst. Damit geht's sowieso in beide Richtungen."
    "Ich sag's ja", nahm Thomas den Faden auf. "Früher war vieles besser. Nicht alles, aber vieles." [...]

    Die vollständige Geschichte kann in "Fliegende Schildkröten" nachgelesen werden.

     

     

    Sternzeit


    Starr ich in den Abendhimmel
    Fall'n mir all die Namen ein
    Wega, Deneb, Atair
    Und die Bären, groß und klein

    Perseus, Fuhrmann, die Plejaden
    Alles was ich einst erblickt
    Als ich in den Kindertagen
    In den Himmel sah verzückt

    Seh ich heute die Gestirne
    Kenn ich sie, doch fluch ich leis
    Weil die Sterne gar nicht kümmert
    Daß ich ihren Namen weiß

     

     

     


    © Thomas Eisenhuth 2011



    © Olga Sander 2016

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